Huifbedrijden

Termine für das Huifbedrijden können über Email oder Telefon abgesprochen werden.

Was ist ein Huifbed?


Das Huifbed ist eine Art Kutsche welche in den 80er Jahren in den Niederlanden erfunden wurde um Menschen, welche nicht mehr auf einem Pferd sitzen können, das Reiten zu ermöglichen.

 

Die Kutsche besteht aus einem Rahmen aus Metall an dem drei Räder befestigt sind. Zwei Pferde stehen in diesem Rahmen während über ihnen ein Tuch spannt. Dieses Tuch wird mit Hilfe von Lederriemen befestigt ist um es an die Pferde anpassen zu können. Das Huifbed ist auf weitere Arten verstellbar und es bestmöglich an die Tiere zu adaptieren.

 

Eine Person kann auf dem Tuch positioniert werden und es ihr somit ermöglichen auf dem Rücken der Tiere zu liegen. Die Pferde werden im Schritt auf ebenem Gelände gefahren wobei der Körper der Person dreidimensional bewegt wird.

Eine Fahrt dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten und kostet 45 €.



Was bewirkt das Huifbedrijden?

Im Vordergrund stehen immer der Wohlfühleffekt und das Vergnügen mit Tieren in Kontakt zu sein. Beides hat positive Auswirkungen auf die Moral des Menschen. Die Wärme und Bewegungen der Pferde wirken beruhigend und entspannend. Außerdem ermöglicht das Huifbed Menschen mit schweren Behinderungen die Teilnahme an einer Freizeitaktivität. Da die Person auf dem Rücken der Pferde liegt, spürt sie die Bewegung und die Wärme der beiden Pferdekörper unter ihr.

  • Durch den Bewegungsrhythmus werden zahlreiche Körperfunktionen angeregt
  • Wegen Mangel an Bewegung ist die Darmtätigkeit oft sehr beeinträchtigt. Das Huifbedrijden fördert die Darmperistaltik und erleichtert so die Verdauung und Ausscheidung
  • Schleim in Lunge und Bronchien können durch die Bewegungen besser abgehustet werden
  • Verspannungen der Muskulatur werden gelöst
  • Der Kreislauf und die Durchblutung werden gefördert


Für wen ist das Huifbedrijden geeignet?

  • Für Menschen, welche selbst die Kraft nicht mehr aufbringen können (durch fehlende oder abgebaute Muskulatur) selbständig auf einem Pferd zu sitzen
  • Personen die unter Demenz leiden und durch den Kontakt mit dem Pferdekörper und -geruch angenehme Erinnerungen abrufen können
  • Sowohl körperlich als auch geistig behinderte Menschen
  • Spastiker, Autisten, ältere Personen, von Multipler Sklerose oder Muskelschwund betroffene Menschen
  • Verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche
  • Personen, welche unter Stress und/oder Burn-Out Symptomen leiden


Pferd und Fahrer

Fahrer und Assistenten müssen im Umgang mit Schwerstbehinderten viel Erfahrung aufweisen. Dies beinhaltet die Handhabung von Personenliften sowie auch das Erlernen der Techniken der verschiedenen Liegepositionen. Die am häufigsten angewandte Position ist die Rückenlage bei der der Kopf in Richtung Pferdehals und die Beine in Richtung Kruppe (Hinterteil des Pferdes), praktisch parallel zu den Pferden liegen. Der Fahrer sitzt hinter den Pferden und kann optimal den vor ihm liegenden Menschen beobachten. Durch einen Spiegel der oberhalb des Kopfes des Menschen angebracht ist, besteht für beide zusätzlicher Blickkontakt.

 

Da zwei Pferde an das Huifbed angespannt werden, müssen diese die gleiche Größe und einen ähnlichen Schrittrahmen aufweisen. Es können nur Pferde gefahren werden welche sehr ruhig sind und eine lange Ausbildung hinter sich haben. Diese Ausbildung hat zum Ziel ein vertrauensvolles und sensibles Verhältnis zwischen Pferd und Fahrer aufzubauen. Dies stellt die Basis für ein harmonisches Arbeiten dar. Die Pferde müssen neben der körperlichen Ausbildung absoluten Gehorsam zeigen und großes Vertrauen zum Menschen haben. Des Weiteren werden die Tiere unter anderem an verschiedene Umweltreize (laute Geräusche, Flattern von Fahnen, Hupen ...) sowie an die technischen Hilfsmittel wie etwa Aufstiegshilfen und Personenlifter gewöhnt.



Unsere Huifbetten

Unser erstes Huifbed wurde gebaut um die Sicherheit für Mensch und Tier zu verbessern. Die Anwendung für Pferde, Klienten, Personal und Fahrer wurde gut durchdacht, neu entwickelt und umgesetzt.

Um die Pferde auszubilden wurde dieses Huifbed gebaut. Hier hat man die Möglichkeit die Breite des Wagens zu verstellen und so die Pferde nach und nach an die Enge der Spezialkutsche zu gewöhnen.

Dieser Wagen wurde speziell angefertigt um in einer Halle zu fahren. Einzelradbremsen ermöglichen, wenn nötig, schneller um die Kurve zu gelangen. Der Wendekreis ist kleiner. Dieser Wagen ist insgesamt breiter und lässt sich weiter verstellen um auch Kaltblutpferde einsetzen zu können.


Jedes Huifbed wurde in den Werkstätten und mit Hilfe von

Chr. van den Heuvel & Zonen BV 

in Valkenswaard, Niederlande gebaut.